Die Internationale Briefmarkenbörse in Ulm bot in diesem Jahr den geeigneten Rahmen, um nach drei Jahren wieder den wohl bedeutendsten Literaturpreis der deutschen Philatelie an einen verdienten Autor zu verleihen. Der Preis wird vergeben von der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte, der Alfred Schmidt als Vorstand und u.a. die Kuratoriumsmitglieder Dieter Schaile, Konrad Krämer und Jürgen Witkowski angehören. Zu den Ausschussmitgliedern dieses Literaturpreis zählen Franz-Karl Lindner, Dr. Andreas Hahn von der Museumsstiftung für Post und Telekommunikation, Wolfgang Maassen, Dr. Eckart Bergmann sowie Jürgen Witkowski.
Gemäß der Satzung wird dieser Literaturpreis für ein einzelnes Werk bzw. für das Lebenswerk eines Autors auf dem Gebiet der Philatelie oder der Postgeschichte verliehen. Es soll wissenschaftlichen Rang haben und einen bedeutsamen Beitrag auf dem Gebiet der Philatelie oder Postgeschichte liefern.
Der 1971 eingeführte Literaturpreise wurde seitdem in der Regel alle drei Jahre vergeben und war früher auch mit 2.000 Euro dotiert. Diese sind in den Zeiten knapper Kassen weggefallen und es gab auch – z.B. zwischen 2012 und 2019 – „Intervalle“, in denen keine Preisverleihung stattfand. Seit 1971 wurde dieser besondere Preis erst 20 Autoren zuteil, zuletzt 2022 Jan Billion.
In diesem Jahr stand eine erneute Verleihung an und der Vorschlag zielte auf ein Werk, das in seiner Art und Weise eigentlich kaum einen Vergleich kennt. Es handelt sich um ein voluminöses dreibändiges Werk, dessen erster Band bereits 2017, der zweite und dritte 2021 erschienen. Die bibliografischen Kurzangaben:
(Band 1) Thurn und Taxis Frankaturen 1852–1867 – Briefpost, Format: A 4, 488 Seiten, mehr als 500 Farbabbildungen, Hardcover.
(Band 2) Postvereine / Hansestädte / Hohenzollern. Format: A 4, 24 + 412 Seiten, 500 Farbabbildungen, Hardcover
(Band 3) Thurn und Taxis Frankaturen 1852–1867 – Briefpost Postvereinsausland. Format: A 4, 24 + 504 Seiten, 850 Farbabbildungen, Hardcover
Der federführende Autor ist Jürgen Naab. Alle Bände wurden vom Auktionshaus Christoph Gärtner professionell produziert und verlegt.
Rainer von Scharpen schrieb seinerzeit in einer Rezension: „Bereits der erste Band erregte Aufsehen und gewann 2019 nicht nur das Goldene Posthorn und den Literaturpreis des DASV, sondern wurde auch auf den Weltausstellungen 2018 in Bangkok und 2019 in Wuhan mit Groß-Gold prämiert.
Den Autor Jürgen Naab und seinen engagierten Mitstreitern kann man zu dieser epochalen, wirklich grandiosen Trilogie nur beglückwünschen. Sie haben das Sammelgebiet Thurn und Taxis, ob seiner Vielseitigkeit und unzähligen Besonderheiten der Klassiker unter den altdeutschen Staaten, in einer beispiellosen Weise gewürdigt und zur Geltung gebracht.“
Jürgen Naab ist in der deutschen Philatelie kein Unbekannter. Mitglied der ArGe Thurn und Taxis ist er seit 1982, Schatzmeister in dieser Arbeitsgemeinschaft war er von 1987–2005 und 2. Vorsitzender von 2005–2006. Ihm war zusammen mit Werner Schäfer, Büttelborn Ϯ und Ernst Schröder, Frankenthal Ϯ die Organisation und Gestaltung der Ausstellung „150 Jahre Frankomarken“, die 2002 auf Schloss St. Emmeram in Regensburg stattfand, zu verdanken.
