(jw/pcp-wm) Es hat den Anschein, dass dies wieder die erste größere Publikation ist, die die Arbeitsgemeinschaft Neues Handbuch der Briefmarkenkunde e.V. seit längerer Unterbrechungspause wieder herausgibt.

Genau genommen seit 2013, als die letzte erschien. Seitdem hat sich so manches verändert und heute ist Jürgen Witkowski, ein kompetenter Literaturkenner und Juror, Vorsitzender dieser ArGe.

Mit dieser Neuerscheinung von Band 57 ist der ArGe gleich in zweifacher Hinsicht ein Paukenschlag gelungen. Der Autor ist für seine akribische Forschung bei komplizierten Themen bekannt. Seine Kompetenz hat er mit vielen Veröffentlichungen bewiesen, die sich oftmals mit Postdiensten, Luftpostzuschlägen und Portobestimmung beschäftigen. Im vorliegenden Werk stecken mehr als 30 Jahre Forschungsarbeit, die bereits durch drei Ausstellungsexponate zum Thema Paketporto mit hohen nationalen Bewertungen belegt ist.
Der Zeitraum von 1906 bis 1945 war in Deutschland eine bewegte Zeit. Zwei Weltkriege, der Weg vom Kaiserreich in eine Diktatur, eine Inflation und vieles mehr haben auch in den Postdiensten ihre Spuren hinterlassen. Nicht weniger als 34 Portoperioden im Paketdienst sind im Betrachtungszeitraum von 39 Jahren zu unterscheiden. Die zahlreichen Tabellen und die entsprechenden Auszüge aus den Verordnungen helfen, den vorliegenden Beleg richtig einzuordnen.

Der zweite anerkennenswerte Aspekt dieses Buches ist die Fülle des Materials. Über 430 Abbildungen mit ausführlichen Erklärungen des Autors bieten dem Leser wertvolle Hilfestellung und zeigen gleichzeitig die Arbeitsweise der Reichspost im Paketdienst.
Die bereits 1858 eingeführte Entfernungsberechnung im Paketverkehr nach Taxquadrat und Gebührenfeld war immer noch Grundlage für die Einordnung in die Entfernungszonen, die neben dem Gewicht für die Ermittlung des Paketportos erforderlich war. Die Anzahl der Entfernungszonen schwankte im Laufe der Jahre von zwei Zonen bis auf fünf Zonen. Diese Art der Entfernungsberechnung war im Übrigen noch bis 1964 üblich.

Ganz gleich, ob der Leser dieses Buch zur portomäßigen Einordnung seiner Paketkarten nutzen oder auch nur in den vorliegenden Belegen schmökern will, um den jeweiligen Zeitgeist zu erahnen, es macht Freude, darin zu blättern und damit zu arbeiten. Eines sollte man auch nicht vergessen: Bei Paketkarten befindet man sich im Bereich der Bedarfspost. Das ist noch Philatelie!

Format DIN A5, 292 Seiten, mehr als 50 Gebührentabellen, mehr als 430 farbige Abbildungen, broschiert, VP: 28 Euro (Mitglieder des Bücherrings aus Neues Handbuch, Poststempelgilde und Infla Berlin 24,50 Euro) plus 2 Euro Versandkosten. Erhältlich bei der ArGe Neues Handbuch der Briefmarkenkunde e.V. Literaturversand, H.-J. Naumann, Grabbeweg 36a, 59494 Soest, Tel. 02921 / 82351, r-hj.naumann@t-online.de, www.neues-handbuch.de