Das Hauptwerk zu den Plattenfehlern auf DDR-Sondermarken erschien schon vor einiger Zeit in zwei Teilen: Band I (1949–1969) erstmals 2017, Neuauflage 2021, Band II (1970–1990) im Jahre 2018. Seitdem ist die Forschung nicht stehengeblieben. Zwischenergebnisse waren bislang „im Wartestand“ auf einer CD der Forschungsgemeinschaft DDR Plattenfehler festgehalten. Ein Großteil der beobachteten Abweichungen konnte zwischenzeitlich ausreichende Bestätigung aus Sammlerkreisen erfahren oder durch Überprüfung entsprechender Markenbögen nachgewiesen werden. Hierfür steht den beiden Herausgebern mittlerweile ein Archiv von mehr als 7.500 Bogen-Scans zur Verfügung.

Um das Sammelgebiet nicht inflationär aufzublähen und ihm so durch mangelnde Attraktivität zu schaden, fanden nur „markante und eindeutige Plattenfehler“ Aufnahme in den Katalog. Die Fehler müssen in der Regel mindestens fünfzehnmal aus unterschiedlicher Quelle vorliegen und „über eine augenfreundliche Größe verfügen,“ um als Plattenfehler in die PF-Kataloge der Forschungsgemeinschaft aufgenommen zu werden. Ein wichtiges Kriterium ist ferner die Bestimmung des Bogenfelds und der betreffenden Bogenform. Unberücksichtigt blieben folglich „Kleinstpunkte und Druckzufälligkeiten“ wie auch „Butzenfehler (Verschmutzungsfehler), die es gerade im Offsetdruck millionenfach gibt“. Zu kleine Plattenfehler sind dennoch nicht verloren. Sie werden in einem gesonderten Ordner der erwähnten Forschungs-CD registriert, im Hinblick auf einen geplanten Katalog der kleinen Plattenfehler ohne Preisnotierungen.

Der Katalog-Aufbau folgt den üblichen MICHEL-Nummern. Für jeden Plattenfehler gibt es die Abbildung der Originalmarke mit eingezeichneter Markierung, wo sich der Fehler befindet. Er wird nebenstehend als Vergrößerung gezeigt und in einer dritten Spalte zusätzlich beschrieben. Darunter steht die Feld- und Bogenbezeichnung, gefolgt von vier Preisnotierungen: für **, Bogenstempel, amtliche Bogen-Sonderstempel und Bedarfsstempel. Letztere gelten mit 100 % nur, wenn Ort und Datum lesbar sind.

Alle Abbildungen sind klar und deutlich, wozu maßgeblich auch das verwendete Mattglanzpapier beiträgt, und die Vergrößerungen erscheinen in einem angemessenen Maßstab. – Eine Zusatzseite legt in Wort und Bild Zeichnungsunterschiede zwischen den Marx-Bogenmarken (347–353) und den Marx-Blockmarken (Bl. 8/9 A und B) dar. Im Anhang findet der Leser Listen der Änderungen und Ergänzungen zu den Bänden I und II.

DDR-Sammler werden sich über den Nachtrags-Katalog freuen und können nun bei mehr als 650 angezeigten Plattenfehlern auf Schatzsuche gehen.

Rainer von Scharpen, AIJP

 

Schrage, Thomas & rodeheger, Dirk, Forschungsgemeinschaft DDR-Plattenfehler. Nachtrags-Plattenfehler-Katalog DDR-Sondermarken 1949–1990. Format A-5, 176 Seiten, farbige Abb., Softcover mit Klebebindung. Wiesbaden: Eigenverlag, 2025. Preis: 29,90 € plus 2 € Versand innerhalb Deutschlands. Bezug: Thomas Schrage, Carl-von Ossietzky-Str. 4, 65197 Wiesbaden. Email: thomasschrage@arcor.de.

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