(pcp-wm). Die Firmen Heinrich Köhler und Corinphila – mit ihren Partnerformen verbunden im Global Philatelic Network (GPN) – hatten am Donnerstag, den 24. Oktober, nachmittags zu einem „Philatelistischen Trio“ geladen.

Dieses „Trio“ bestand aus einem Empfang der Royal Philatelic Society London, die in diesem Jahr bei der Internationalen Briefmarkenbörse in Sindelfingen zu Gast war, einer Präsentation von Heinrich Köhler, mit der der anstehende Umzug innerhalb von Wiesbaden vorgestellt wurde und eben in der Verleihung des Sieger-Preises für philatelistische Literatur. Es war ein geschickter Schachzug, der die Preisträger zwar nicht matt setzte, aber völlig überraschte.

Wolfgang Maassen, der Vorsitzende des Siegerpreis-Kapitels, verwies darauf, dass es sich bei dieser Auszeichnung um den zweitältesten Literaturpreis der philatelistischen Welt handelt. 1922 von Hermann Ernst Sieger ins Leben gerufen, ein Jahr, nachdem die bekannte Crawford-Medal erstmals verliehen wurde. Die Auszeichnung in diesem Rahmen zu verleihen, war der Tatsache geschuldet, dass eine zeitgleiche Verleihung innerhalb der Messe aufgrund der diesjährigen Preisträger nicht möglich war. Hatten die später benannten Preisträger und die mehr als 100 Besucher der Veranstaltung vielleicht mit einem namhaften Autoren gerechnet, der ein einmaliges Forschungswerk vorzuweisen hätte, sahen sie sich – positiv – getäuscht. Denn dieses Mal ging der namhafte Preis an zwei Persönlichkeiten der Philatelie, die mit ihrer Literaturförderung der Edition d’Or- und Speciale-Serien, zuletzt durch eine weltweit verbreitete einmalige Vorabveröffentlichung zu kommenden Haub-Auktionen neue Meilensteine für die philatelistische Literatur geschaffen hatten.

Rund 70 oder mehr solcher Editionsbände zu namhaften Philatelisten und deren Originalsammlungen sind seit 2006 bereits erschienen und es werden von Jahr zu Jahr mehr. Sie sind Grundlage für forschende Philatelisten, aber auch für neue Sammler der dokumentierten Sammelgebiete, die hier in Extraktform alles Wissenswerte dazu erhalten. Diese neue Literaturgattung der literarischen Dokumentation von Exponaten hat mittlerweile sogar die Reglements von Literaturausstellungen verändert, da für sie eine neu geschaffene Untergruppe vorgesehen ist. Dieter Michelson und Karl Louis haben gemeinsam das Verdienst, diese Idee zur Reife entwickelt zu haben. Das Siegerpreis-Kapitel erkannte mit der Verleihung des diesjährigen Preises an beide Initiatoren besonders den wertvollen Beitrag zur generellen Philatelieförderung auf dem Gebiet der philatelistischen Literatur an.

Überraschte Preisträger (Dieter Michelson links und Karl Louis rechts im Bild) stellten sich mit Preisstifter Günter Sieger (2.v.l.) und seiner Tochter Katharina Hegemanns sowie Kapitelvorsitzenden Wolfgang Maassen (Mitte) dem Fotografen. Foto: André Schneider