(pcp-wm) Seit Wochen versucht die Deutsche Post / DHL resp. ihre Mitarbeiter einen Notstand zu bewältigen, der weit mehr als die übliche jährliche Herausforderung des Weihnachtsgeschäftes ist.

Es gilt Corona zu trotzen, länderverbindend und grenzenüberschreitend Post aller Art zu befördern, wenn möglich von Haushalt zu Haushalt. Nicht nur Firmen oder Privatleute sind auf die Dienstleister Deutsche Post / DHL angewiesen. Zumal auch kleinere mittelständische Unternehmen, die ihre Ware über das Internet verkaufen, benötigen für den Versand dann die Post / DHL.

Bislang hat es der Bonner Weltkonzern fertig gebracht, vieles an gewohnten Leistungen aufrecht zu erhalten. Aber wer glaubt, damit sei alles in Butter, irrt sich gewaltig. Nehmen wir das Beispiel Australien. Auf der Internetseite https://www.deutschepost.de/de/c/coronavirus.html#australien kann man dazu lesen: „Australien:
Versande mit Wareninhalten nach Australien (d.h. DHL Paket International, Päckchen International und Warenpost International) können aufgrund von Problemen bei Transport, Verzollung und/oder Zustellung im Zielgebiet bis auf weiteres nicht mehr angenommen werden. Briefsendungen (d.h. Dokumentenversand über Brief Einzeltarif, Brief zum Kilotarif usw.) sind von diesem Annahmestopp nicht betroffen.“

Das ist doch mal eine klare Ansage, mag sich die Mitinhaberin eines philatelistischen Verlages in Schwalmtal gedacht haben, als sie an zwei Kunden in Australien etwas zu verschicken hatte, das sie vermutlich im Normalfall als Päckchen International verschickt hätte. Also wählte sie stattdessen die Option „Brief“, die zwar teurer war, aber nun der einzig sicherere Weg schien. So gingen die 469g- und 594g-schweren Briefe am 28. bzw. 29. März auf ihren weiten Weg nach Australien, ordnungsgemäß frankiert mit 3,70 bzw. 7 Euro. Es hatte ja alles seine Richtigkeit, also sollte doch wohl alles klappen. Oder?

Umso größer das Erstaunen, als die beiden Briefe wenige Tage später wieder im Postfach der Firma in der ortsansässigen Postfiliale lagen. Exakt auf das Adresslabel hatte die Deutsche Post ein Label mit dem Text platziert:
„zurück an den Absender
Postverkehr mit dem Bestimmungsland ist momentan unterbrochen. Die Wiederaufnahme ist zur Zeit nicht absehbar. NL IP IP22
zurück an Absender“

Bleibt die Frage: Weiß bei der Deutschen Post die rechte nicht, was die linke tut? Denn selbst eine Woche nach diesem hier beschriebenen Vorfall hieß es auf der genannten Internetseite immer noch, dass Briefsendungen nach Australien problemlos möglich seien.