(Wiesbaden, 27. Mai 2020) – Am 27. Juni 2020 findet die dritte Versteigerung der Sammlung ERIVAN, der beispiellosen Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub, in Wiesbaden statt

Zu den Highlights der Auktion zum Sammelgebiet Altdeutsche Staaten zählen das sogenannte Stockach-Provisorium (Startgebot: 100.000 Euro), ein Bogenteil des Schwarzen Einsers (Startgebot: 100.000 Euro), ein Helgoland-Brief aus der britischen Kolonialzeit (Startgebot: 30.000 Euro) und ein Preußen-Brief mit halbierter Briefmarke (Startgebot: 50.000 Euro). Ausgerichtet wird die Versteigerung von Deutschlands ältestem Briefmarken-Auktionshaus, Heinrich Köhler in Wiesbaden. Bereits im Vorfeld lädt das Traditionsunternehmen vom 23. bis zum 27. Juni zur 373. Internationalen Heinrich Köhler Auktion mit einem beeindruckenden Angebot wertvoller Philatelie und Postgeschichte.

Bei der Auftaktauktion im Juni 2019 erzielten die Briefmarken der Sammlung ERIVAN Höchstpreise. Der legendäre Baden-Fehldruck wurde für 1,26 Millionen Euro versteigert (Startgebot: 800.000 Euro) und ist damit die derzeit teuerste Briefmarke Deutschlands. Eine Sensation in der philatelistischen Welt, die für eine außergewöhnliche Medienresonanz sorgte. Auch bei der zweiten Auktion im Dezember 2019 war die durch die Versteigerung der Sammlung ERIVAN ausgelöste Dynamik bei eingefleischten Sammlern und Investoren zu spüren. Die Briefmarken und Briefe wurden bis zum Zwölffachen des Startpreises versteigert.

Briefmarken als Wertanlage

„Bei unseren letzten Auktionen, auch außerhalb der Sammlung ERIVAN, konnten wir neue Gesichter unter den Bietern begrüßen“, sagt Dieter Michelson, geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses. „Wir freuen uns auch bei der dritten ERIVAN-Auktion auf die Begegnung mit neuen Sammlern aus aller Welt. Denn in der aktuellen Situation entdecken viele die Beschäftigung mit Briefmarken und die Philatelie wieder, auch als Wertanlage.“ Dass Briefmarken eine Investition sein können, zeigt „Das Große Los“, versteigert bei der zweiten ERIVAN-Auktion: Sachsens erste Briefmarke auf einer Postsendung eines Loses der 39. Sächsischen Landeslotterie von 1851 erhielt den Zuschlag bei 70.000 Euro (Startgebot 20.000 Euro). Bei der letzten Versteigerung des Briefes im März 2010 fiel der Zuschlag bei 39.000 Euro. Für eine Überraschung sorgte auch ein Brief von Bergedorf nach Lübeck: Er wurde nach einem Ausruf von 30.000 Euro auf 75.000 Euro gesteigert. Sammler des Sammelgebietes steigerten den Preis in einem intensiven Wettkampf in die Höhe. „Wir sind gespannt, welche historischen Momente der Philatelie wir noch erwarten können“, sagt Karl Louis, geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses. „Wir sind sehr stolz, dass wir die Ehre haben, diesen philatelistischen Schatz von Erivan Haub den begeisterten Sammlern anbieten zu können.“

Die Highlights im Detail

Die angebotenen Marken und Briefe der Sammlung ERIVAN sind nicht nur wertvolle Schätze, sie bewahren auch Geschichte. Der Wert des Stockach-Provisoriums ergibt sich aus einem Makel: Die 3-Kreuzer-Briefmarke ist versehentlich ohne Zähnung statt mit Zähnung an das Postamt in Stockach/Baden ausgeliefert worden. Deshalb musste sie umständlich mit der Schere aus dem Schalterbogen geschnitten werden. Als eine der großen Raritäten der Baden-Philatelie gehört das Stockach-Provisorium zu den begehrtesten philatelistischen Stücken der Auktion am 27. Juni. Ein Bogen mit 40 Exemplaren der ersten Briefmarke Deutschlands, dem Ein Kreuzer Schwarz aus Bayern, kommt nach über 90 Jahren das erste Mal wieder unter den Hammer. Auch hier bestimmt ein Versäumnis den Wert, die Trennung des Bogens wurde vergessen. Aus dem hohen Norden Deutschlands kommt das dritte Highlight der Auktion. Auf dem Helgoland-Brief finden sich Hamburger Briefmarken mit einem britischen Stempel – eine Seltenheit von der Insel, die einst die kleinste Kronkolonie des Britischen Weltreiches war. 1890 übertrug das Vereinigte Königreich die Nordsee-Insel an das Deutsche Reich. Der Preußen-Brief mit diagonal halbierter Briefmarke wurde unbeanstandet befördert, obwohl die Verwendung halber Briefmarken nicht vorgesehen war. Fast eine Sensation bei der sonst sprichwörtlichen preußischen Folgsamkeit.

Außergewöhnliche Sammlung

Die einmalige Sammlung ERIVAN umfasst viele Unikate oder äußerst seltene Marken und Briefe, die in dieser Qualität kaum zu übertreffen sind. Sie ist unterteilt in Kollektionen der Sammelgebiete „Altdeutsche Staaten“, „Lokalausgaben und Private Postdienste der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert“, „Postbeförderung mit Zeppelinen“, „Schweizer Kantonal- und Bundesmarken“, „Österreich und Lombardei-Venetien“ sowie „Raritäten aus aller Welt“.
Die Unternehmen des Global Philatelic Network, Heinrich Köhler in Wiesbaden, H.R. Harmer in New York und Corinphila Auktionen in Zürich, steuern die Versteigerungsserie, bei der zwischen 2019 und 2023 rund 8.000 Auktionslose in 30 Briefmarkenauktionen in Wiesbaden, New York, Zürich, Stockholm und Essen angeboten werden.