In Wiesbaden fand die zweite Auktion zum Sammelgebiet Altdeutsche Staaten der Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub statt.

Sie zählt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre.  307Bberühmte Briefmarken und Briefe fanden am 14. Dezember 2019 stolze neue Besitzer. Höhepunkte der Auktion:Das „Große Los“ mit einem der schönsten Stücke des „Sachsen Dreiers“ kam für 70.000 Euro (Startgebot 20.000 Euro) unter den Hammer.

Ein Einschreibebrief aus Mecklenburg-Schwerin nach Dünkirchen wechselte für 60.000 Euro den Besitzer (Startgebot: 10.000 Euro).

Insgesamt erzielten die am 14.12. versteigerten Briefmarken und Briefe bis zum Zwölffachen des Startpreises. Nur 11 der 307 Lose blieben erst einmal liegen und sind noch im Nachverkauf zu erwerben. Ausgerichtet wurde die Versteigerung vom ältesten Briefmarkenauktionshaus Deutschlands, dem Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden.

Auktionator Dieter Michelson kommentierte das spannende Geschehen bereits während der laufenden Versteigerung am Pult: „Manch einer schüttelt den Kopf ob dieser Preise!“ meinte er und die Zuschläge gaben ihm recht. So wurde ein Brief mit einem blauen 4er-Streifen der ½-Schilling-Marke von Bergedorf von 30.000 auf 75.000 Euro hochgesteigert.

Ein sehr seltenes Brückenpaar des Baden-1-Kreuzers erhielt den Zuschlag bei 38.000 Euro (Ausruf: 30.000 Euro). Das Besondere ist die kopfstehende Ausrichtung der Marken zueinander.

Bereits die Auftaktauktion im Juni war eine Sensation in der philatelistischen Welt und sorgte für eine außergewöhnliche Medienresonanz. Die bis heute anhaltende Dynamik in der Branche war erneut in Wiesbaden zu spüren. „Auch bei der zweiten Auktion der Altdeutschland-Philatelie wurden unsere Erwartungen übertroffen. Das Interesse und die Motivation der Sammler sind riesig. Briefmarken aus Preußen hätten zum Beispiel vor wenigen Jahren einen weniger hohen Preis erzielt“, sagt Dieter Michelson, geschäftsführender Gesellschafter des Auktionshauses Heinrich Köhler. „Über 1.100 Sammler und Händler aus der ganzen Welt haben heute mitgeboten. Sie beteiligten sich an teils intensiven Wettkämpfen im Saal, am Telefon oder online.

„Wir erleben zurzeit historische Momente der Philatelie, die Auswirkungen auf die gesamte internationale Branche haben. Wir sind sehr stolz, dass wir die Ehre haben, diesen philatelistischen Schatz von Erivan Haub den begeisterten Sammlern anbieten zu können“, sagt Karl Louis, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses.

Die nächsten Auktionen der bis 2023 geplanten Versteigerungen finden im Frühsommer 2020 statt.

Gespannt verfolgen die Auktionsteilnehmer den Verlauf der Versteigerung. Foto: Wolfgang Maassen

Weitere Informationen zur Sammlung ERIVAN sowie Bildmaterial zum Download finden Sie hier: http://cloud.fauth-gundlach-huebl.de/index.php/s/ZNg1spaX5zvZ774