(pcp/ wm) Zu den beliebtesten frühen Briefmarkenausgaben Brasiliens gehören die drei Serien der sog. großen Dom Pedro-Markenserien, die 1866– – 1878 erschienen

Diese Ausgaben lösten die zuvor herausgegebenen Ausgaben der sog. Ochsen-, Ziegen- und Katzenaugen ab. Das Kopfbild des Kaisers Dpm Pedro war nun das Motiv, das die American Bank Note Company im Stahlstich mit zahlreichen Wertstufen realisierte. Die Serien zählen bis heute zu den schönsten Motiven, die Brasilien je herausgab. Sie fanden schon früher viele Liebhaber, zumal man auf den – in der Normalerhaltung durchaus erschwinglichen – Marken die Vielfalt der stummen und Ortstempel Brasiliens leicht spezialisieren konnte.

Wer allerdings den Namen des Sammlers, Pablo Reim (* 23. Juni 1955) aus Buenos Aires hört, weiß, dass dieser bekannte Philatelist das Besondere, das Ausgefallene bevorzugt und wertschätzt. Neben seinem Heimatland Argentinien zählt er mehrere Brasilien-Sammlungen sein Eigen, die von herausragender Güte sind. Auch diese Dom-Pedro-Spezialsammlung ist ein Beispiel dafür, was Kompetenz, Kenntnis und so manch sicherlich auch glückliche Erwerb von Raritäten zustande bringen kann. Dabei stand und steht Pablo Reim durchaus in Konkurrenz mit vielen Sammlern, die die gleichen Ausgaben spezialisierten. Dennoch schaffte es Reim, eine Weltklasse-Sammlung zusammenzutragen, die zuletzt bei der FIP-Ausstellung PHILATAIPEH 2016 mit einer Großgold-Medaille ausgezeichnet wurde.

Die Sammlung –sie ist durchgehend in englischer Sprache kenntnisreich beschrieben – ist vom Typus her eine traditionelle Sammlung. Das heißt, sie ist in besonderer Weise den Marken an sich gewidmet, zu denen jeweils Essays und Probedrucke, dann die Marken selbst, zuletzt aber deren Verwendung auf Brief vorgestellt werden. Als wäre dies eine einfache Herausforderung, versuchte Reim, zu jeder Wertstufe (1866 erschien die 1. Ausgabe mit sieben gezähnten Werten, 1876 eine solche, aber nun durchstochen, und ein Jahr später die dritte mit neuem Porträt des Kaisers mit zehn Wertstufen) das zusammenzutragen, was wahrlich ausgefallen ist: Größte bekannte Einheiten und seltenste Brieffrankaturen mit teils sehr ungewöhnlichen Destinationen und Portostufen. Dies ist ihm sehr gut gelungen und so findet der Leser in bester Reproduktionsqualität vielfach Stücke von erlesener Rarität und Qualität. Wenn von einer Marke, z.B. der 100 Reis von 1866, verschiedene Typen existierten, dann wurden auch diese nach diesem Ansatz differenziert und dokumentiert. Die Beschreibungen sind dabei kurz gehalten, bieten aber bei Briefverwendungen stets die korrekte Erklärung für Gewichtsstufen und Porti. Dem Sammler dieser Ausgaben geht dabei wohl das Herz auf, denn so manches dürfte er noch nie gesehen haben. Und wenn doch, dann nur in zahlreichen Auktionskatalogen der vergangenen Jahrzehnte. In diesem Buch erhält er einen umfassenden und konzentrierten Blick auf diese reizvollen Ausgaben, wie es nur selten einmal möglich ist.

Format 33 x 25 cm, 157 Seiten, in Farbe, Hardcover, 69 Euro. Kontakt/Bezug: Heinrich Köhler Auktionshaus GmbH & Co. KG, Wilhelmstr. 48, 65183 Wiesbaden, Deutschland, E-Mail: info@heinrich-koehler.de, www.heinrich-koehler.de