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12.06.2018 - Hervé Barbelin: Oscar Berger-Levrault. Ouvrages et correspondances (1860–1869)

(wm) Der Name Berger-Levrault hat seit Jahrhunderten in Frankreich einen guten Klang. Heute ein namhaftes Medienunternehmen, war die frühere Druckerei, Buchhandlung und Verlag nahezu jedem selbst weit über die Grenzen Frankreichs bekannt. Philatelisten und speziell Philateliegeschichtlern ist besonders ein Sprössling dieser Dynastie, nämlich Oscar Berger-Levrault, vertraut, hat er doch im September 1861 die erste „Briefmarkenliste“ herausgegeben, die wenige Monate später zur Grundlage der ersten erschienenen Briefmarken-Kataloge in verschiedenen Ländern wurde. Warum dies so war, kann man diesem Buch entnehmen, denn Oscar Berger-Levrault führte eine umfangreiche Korrespondenz mit zahlreichen Sammlern seiner Zeit: in Frankreich, in Europa, aber auch mit Philatelisten in den USA.
Barbelin kann dies dank seiner Einsicht in die Familien- und Firmenarchive konkret belegen – und dokumentieren. Er erhielt Zugang zu Material, was bisher völlig unbekannt war. Zudem druckt er erstmals die komplette erste Briefmarkenliste ab, geht natürlich auch näher auf Berger Levraults eigene Kataloge von 1864 (in deutscher Sprache) und 1867 (in französischer Sprache) ein. Dessen Korrespondenzen aus dem Jahr 1860/61 sind insofern von hoher Bedeutung, weil man erstmals – nachweisbar! – erfährt, wer zu den frühen Philatelisten jener Zeit gehörte.
Insofern ist dieses 215-Seiten-Buch (DIN A4, Softcover) ein für die Geschichte der Philatelie äußerst bedeutsames Buch, das höchsten Ansprüchen gerecht wird. Es erschien zum 90jährigen Bestehen der Französischen Akademie der Philatelie, deren Mitglied Barbelin ist, in diesem Jahr. Unbedingt wünschenswert wäre eine englische und/oder deutsche Übersetzung, damit der wertvolle Gehalt auch anderen interessierten Kreisen bekannt wird.
Das Buch ist für 32 Euro (zzgl. 7 Euro Versandkosten) erhältlich bei der Akadémie de Philatélie, Robert Abensur, 8 rue des Fossés, 54700 Pont-a-Mousson, Frankreich. Wegen der Zahlungsbedingungen sollte man vorher per E-Mail Kontakt aufnehmen mit: academie.philatelie@gmail.com